Wählerinnen und Wähler sind heute oft deutlich schlechter über kommunale Themen informiert, während die Städte und Gemeinden sie immer häufiger zu Bürgerbeteiligungen einladen. Moderne Verwaltungen und Städte haben die Herausforderung angenommen und notgedrungen auf den gesellschaftlichen Wandel und Veränderungen der medialen Welt reagiert. Sie bemühen sich, Menschen dort zu treffen, wo sie sich aufhalten. Dass sich auch Bewerberinnen und Bewerber auf den Weg machen müssen, versteht sich von selbst.

Im Rückspiegel. Sprechen wir einen Moment über Historisches. Was glauben Sie, wie lange brauchte welches Medium um 50 Millionen Nutzer zu erreichen?

  • Radio 38 Jahre
  • Fernsehen 13 Jahre
  • Internet 4 Jahre

Twitter, Facebook, Insta, Blogs nutzen heißt heute Menschen treffen, wo sie sich aufhalten. Wichtig: Social Media sind immer Dialog und sie unterscheiden sich fundamental von der Website oder dem Amtsblatt, wo es vor allem ums Senden von Botschaften geht.

Über unterschiedliche Soziale Netzwerke ist die Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen möglich. Das Alter der Nutzer ist nicht in allen sozialen Medien dasselbe: Als Faustregel gilt, wer auf Facebook unterwegs ist, ist etwa knapp 40 Jahre alt, auf Insta knapp 30 Jahre und Jugendliche nutzen TikTok.

Was aber sollen zukünftige Bürgermeister:innen posten? Welche Themen?

Klar ist, die Posts müssen einen Mehrwert für Empfänger haben. Es geht darum Wissen weiterzugeben (Welche Themen sind mir wichtig? Wo können Sie mich treffen?). Es geht auch um die Unterhaltung, das gemeinsame Lachen. (Ich suche ein passendes T-Shirt fürs Fotoshooting aus) Und es geht um Motivation, also Hinweise auf Aktivitäten wie Kulturveranstaltungen, Feste oder zum Beispiel Flohmärkte, wo mich die Menschen treffen können.

Auf Social Media gilt, je persönlicher desto besser, wenn der Bürgermeister (wie der Blumberger Bürgermeister) selbst postet, ist das natürlich besonders hilfreich. Das gilt auch für Kandidat:innen. Und natürlich dürfen sie Emojis und Hashtags nicht vergessen.

Besonders gut kommt es auf Social Media an, Geschichten zu erzählen und sich am persönlichen Dialog (und nicht an der Nachrichtensprache) zu orientieren. Eine gern zitierte Serie, um Storytelling zu veranschaulichen, sind die Humans of New York. Die Storys gibt es sogar längst auch in Buchform.

Wie misst man eigentlich den Erfolg? Es geht auf Social Media um den Austausch, immer um Interaktionen und nicht um Fans einer Seite. Wer 10.000 Fans aber keine Interaktionen hat, wird schnell im Newsfeed unsichtbar. Wichtig ist die ständige Interaktion mit eigener Community. Fangen Sie schon jetzt an!